EXIST erklärt: Was das Gründungsstipendium, der Forschungstransfer und EXIST Women zahlen
EXIST ist das Gründungsprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums für Teams aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Das Gründungsstipendium zahlt zwölf Monate lang zwischen 1.000 und 3.000 Euro im Monat, beantragen muss es die Hochschule. Die Beträge und Regeln laut Programmseiten, Stand 23. September 2026.
EXIST ist das Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie für Gründungen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen, kofinanziert vom Europäischen Sozialfonds. Es hat mehrere Linien. Für die meisten Teams zählt das Gründungsstipendium: zwölf Monate Geld zum Leben, Sachmittel und Coaching, bevor die Firma im Register steht. Wer Hochtechnologie mit langer Entwicklung baut, landet eher beim Forschungstransfer. EXIST Women richtet sich an Frauen, die eine erste Gründungsidee haben. Alle Angaben stammen von den Programmseiten, Stand 23. September 2026.
Das Gründungsstipendium in Zahlen
| Status | Stipendium pro Monat |
|---|---|
| Promovierte Gründerinnen und Gründer | 3.000 Euro |
| Hochschulabsolventinnen und -absolventen | 2.500 Euro |
| Gründende mit Berufsabschluss | 2.000 Euro |
| Studierende | 1.000 Euro |
Dazu kommen 150 Euro Kinderzuschlag je Kind und Monat, Sachmittel von 30.000 Euro für Teams oder bis zu 10.000 Euro für Einzelgründungen und ein Coachingbudget von 5.000 Euro. Die Förderung dauert zwölf Monate. Kombinieren lässt sie sich mit Geld, das keine Lebenshaltungskosten deckt, etwa Preisgeldern aus Businessplan-Wettbewerben.
Gefördert werden Teams von höchstens drei Personen. Studierende müssen mindestens die Hälfte ihres Studiums hinter sich haben, Absolventinnen und wissenschaftliche Mitarbeitende dürfen höchstens fünf Jahre aus der Hochschule sein. Mindestens eine Person braucht einen Hochschulabschluss, höchstens eine darf einen Abschluss haben, der länger als fünf Jahre zurückliegt. Das Unternehmen darf zum Förderstart noch nicht gegründet sein. Weiterentwicklungen bestehender Produkte ohne wesentliche Neuerung fördert EXIST nicht.
Wer den Antrag stellt
Nicht das Team, sondern die Hochschule oder Forschungseinrichtung, an der das Vorhaben betreut wird. Sie reicht die Unterlagen digital über das System easy-Online beim Projektträger Jülich ein, die Entscheidung trifft das Ministerium. Feste Fristen gibt es beim Gründungsstipendium nicht, die Begutachtung dauert laut Programmseite mehrere Wochen. Zeugnisse, Aufenthaltstitel und Geburtsurkunden müssen inzwischen nur noch auf Nachfrage vorgelegt werden.
Wie das im Einzelfall läuft, zeigt ein Beispiel aus unserer Rubrik Gründerinnen. Die Gründerinnen von Empion, Annika von Mutius und Larissa Leitner, starteten laut einem Beitrag im WHU-Magazin vom 4. September 2026 mit einem EXIST-Gründungsstipendium; den Antrag erarbeitete damals ein Mitarbeiter der RWTH Aachen mit ihnen. Im September 2026 wurde Empion an Factorial verkauft.
Forschungstransfer und EXIST Women
Der Forschungstransfer ist für forschungsintensive Vorhaben gedacht, bei denen die technische Machbarkeit schon gezeigt ist. In Förderphase I zahlt EXIST unter anderem Gehälter für bis zu vier Vollzeitstellen und Sachausgaben von in der Regel bis zu 250.000 Euro, meist für bis zu 18 Monate, bei besonders aufwendigen Vorhaben bis zu 36 Monate. In Phase II kann das dann gegründete Unternehmen bis zu 180.000 Euro erhalten, bei höchstens 240.000 Euro förderfähigen Kosten und einer Förderquote von bis zu 75 Prozent. Ohne Phase I gibt es in der Regel keinen Zugang zu Phase II.
EXIST Women läuft bis zu zehn Monate. Jede Teilnehmerin bekommt 2.000 Euro Sachmittel, ein Teil der Teilnehmerinnen zusätzlich ein Stipendium von bis zu drei Monaten, gestaffelt wie beim Gründungsstipendium von 1.000 bis 3.000 Euro. Pflicht ist ein zweitägiges Seminar in Berlin oder München. Antragsberechtigt sind auch hier die Hochschulen, bewerben müssen sich Interessentinnen bei einer teilnehmenden Einrichtung.
Aus Gründersicht
Die Programmseite nennt für das Gründungsstipendium eine Gründungsquote von über 86 Prozent und rund 80 Prozent Firmen, die nach fünf Jahren noch am Markt sind, bei mehr als 3.000 Stipendien seit 2007. Die wichtigste praktische Regel steht weiter oben: Der Weg zum Geld führt über die Hochschule, und die Firma kommt erst nach dem Förderstart ins Register.
Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Finanzierungsberatung und keine Antragsberatung durch das Gründungsnetzwerk der Hochschule.
Quellen
- EXIST: Programmseiten Gründungsstipendium (mit Antragsstellung), Forschungstransfer und EXIST Women, abgerufen am 23. September 2026. Tier 1.
- WHU Magazin: Beitrag zu Empion, 4. September 2026. Tier 2.